Lesetipps: Langsamkeit, Fokus und Hirnauslüften

Wird Entschleunigung und bewusster zeitweiser Verzicht auf digitale Vernetzung zum Luxus, den man sich leisten können muss? Ist „Analog das neue Bio“, wie vor einiger Zeit propagiert wurde? (Nein, ist es nicht.) Die Bio-Metapher taugt nur in dem Sinne, dass Verzicht auf sinnlosen Konsum, wie bei der Ökobewegung, einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen fördern kann.

„Analog“ und „Digital“ sind längst keine vernünftigen Kategorien mehr, um unseren Alltag zu beschreiben. Aber vielleicht gehört zur Vernetzung und Zukunftsgewandtheit durchaus die Fähigkeit, sich immer mal zurückzuziehen, um die mentalen Batterien aufzuladen und dem Gehirn zu erlauben, auch mal Dinge zu verarbeiten.

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Die re:publica in Buzzwords

re:publica 2017


Ja mei, was soll man schon über die diesjährige re:publica schreiben, wo es doch schon hunderte Tweets, Posts, dazu Live- und Nach-Berichterstattung quer durch die Medien gab?

Ich schreibe hier also auch keinen Bericht, sondern ein paar Schlagworte auf, die mir während der drei Tage neu (oder anders) begegnet sind.

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Slow Saturday in Berlin

Was tun, wenn man unterwegs in der S-Bahn, auf dem Weg zu den Gärten der Welt, feststellt, nicht nur die Kamera, sondern auch das Smartphone daheim vergessen zu haben? Ein Device-freier Tag! Das hatte ich schon lange nicht mehr. Perfekt für den Digital Detox, das Mal-Abschalten. Einerseits. Natürlich wäre es schön, andererseits, die vielen Eindrücke auf der IGA, das „Mehr an Farben“, die Gärten von Landschaftsarchitekten aus aller Welt, aber auch die Besucher festhalten zu können …

Das geht! Tatsächlich, auch ohne Kamera – einfach indem man daraus eine kreative Schreibaufgabe macht.

„Fotografisches Notieren“ nennt der Literaturwissenschaftler Hanns-Josef Ortheil die Methode, mit der sich die Beobachtungsgabe schärfen, Aufmerksamkeit und Konzentration üben lässt.

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Gelesen: „Do It Yourself – Die Mitmach-Revolution“

Welche Begabungen und Fähigkeiten brauchen eigentlich „Maker“?

Oder umgekehrt: Kann eigentlich an der Maker-Bewegung jemand partizipieren, wenn sie oder er überzeugt ist, zwei linke Hände zu haben oder einfach nicht gerne bastelt?

Die Frage stellte sich letztens in einem Forum des Leuchtfeuer-40-MOOCs.

Nun hat das „Selbermachen“ ursprünglich tatsächlich sehr viel mit Handarbeit, Basteln und Heimwerken zu tun, aber der Begriff DIY umfasst doch sehr viel mehr, einschließlich der Eigen-Produktion von Wissen und Medien. Das zeigt sehr anschaulich ein Buch, das ich heute vorstellen möchte.

Es handelt sich genauer gesagt um einen Ausstellungskatalog: das Begleitbuch zur Ausstellung DIY – Die Mitmach-Revolution, die 2012 u.a. im Museum für Kommunikation in Frankfurt gezeigt wurde (Trailer). Es ist somit schon etwas älter. Das macht aber nichts – interessant sind die historischen und kulturwissenschaftlichen Hintergründe, die Parallelen zur Gegenwart erschließen sich von selbst. Weiterlesen

Marches und Memes

Gestern, am Earth Day, haben in vielen deutschen Städten Menschen für die Forschung und gegen Wissenschaftsfeindlichkeit demonstriert, wie hier in München.

Weltweit fanden etwa 600 solcher Kundgebungen statt (March for Science). Wer mitmarschierte, konnte fast nicht umhin, die witzigen Sprüche und kreativen Plakate zu fotografieren; sie sind vielfach in den sozialen Medien geteilt worden. Weiterlesen